Nicht Pool, sondern Jachthafen: Die Marina Monaco auf dem Hammer-Gelände
der „Neuen Schmiede“ . Ausgabe 55, Foto: Bomke
Liebe Leserinnen, liebe Leser !
Manche Dinge wollen einfach mal gesagt sein. In München gab es dazu jüngst zum Beispiel beim Wohnungsgipfel Gelegenheit, zu dem der neue OB Dominik Krause ausdrücklich auch viele Vertreter der Wohnungswirtschaft geladen hatte. Die wichtigsten Punkte sollen alle angesprochen worden sein, sodass Krause hernach befand: „Der Ball liegt jetzt bei Politik und Stadtverwaltung.“ Es könnte sich also schon bald herausstellen, ob bei dem Format nur vieles gesagt oder ob es auch gehört wurde.
Weiteres Beispiel: Die CSU-Fraktion stellte im Münchner Stadtrat den Antrag, den ohnehin schon auf 2032 verschobenen Beginn der auf sechs Jahre veranschlagten Generalsanierung des Rathauses zu stoppen und sich auf die unbedingt notwendigen Arbeiten zum Erhalt zu beschränken. Zugleich solle der Ratskeller schleunigst wieder verpachtet werden. Begründung für den Vorstoß: Mehrere Hundert Millionen Euro einsparen. Man könnte ergänzen: Sollten die Bemühungen um die Olympischen Spiele bereits für das Jahr 2036 Erfolg haben, könnte es München gut anstehen, den Gästen aus aller Welt dann kein eingerüs-tetes Rathaus und einen verschlossenen Ratskeller zu präsentieren.
Klaus-Peter Stöppler, in München ansässiger Interimsmanager für Bau, Immobilien, Energie und Industrie, nutzte dieser Tage den „United Interim Wirtschaftsreport 2026“ der schweizerischen Plattform United Interim zu der Feststellung: „Beim Umgang mit Bauämtern gewinnt man regelmäßig den Eindruck, dass dort im Grunde keiner will, dass in Deutschland gebaut wird.“ Stöppler gehört zum Autorenkreis des Reports, dessen Substanz im Wesentlichen auf einer Umfrage unter 550 Führungskräften auf Zeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz basiert. 83 Prozent der Teilnehmer stufen die Bauämter demnach „eher als Bauverhinderer denn als Bauförderer“ ein.
Der Münchner kritisiert insbesondere die Folgen davon, wenn Bauamtsbeschäftigte von zu Hause aus arbeiten: „Für die Baubranche hat sich das amtliche Homeoffice als Bremsklotz erwiesen, weil man nicht nur im Amt vor Ort kaum noch jemanden antrifft, sondern auch telefonisch nicht mehr durchkommt, weil zu Hause natürlich niemand beruflich telefonieren will.“ Echt jetzt? Ob das besser würde, wenn sich Bauunternehmen am Telefon zunächst als neuer Kumpel aus einer x-beliebigen Whatsapp-Gruppe ausgäben, sodann über Windeln, Wäsche und den heißesten Scheiß auf Netflix parlierten, um erst dann die Frage einfließen zu lassen, wann denn mit einer Rückmeldung zu den vor drei Jahren eingereichten Unterlagen für ein Projekt mit 1200 Wohnungen zu rechnen sei?
Was überdies noch gesagt sein will: Der Immobilienbrief München macht nun ein paar Takte Frühsommerpause. Warum? Sie haben sich eine Lesepause verdient! Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Juli 2026.
Es grüßt Sie ganz herzlich – aus dem Homeoffice inklusive Bereitschaft, beruflich zu telefonieren
Ihr
Bernhard Bomke, Chefredakteur
Frauenkirche in München, Quelle: Stocks
Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks
Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks
Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks
Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks
Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks
